¡communicate! und GPRA präsentieren auf Buchmesse gemeinsam neue Studien
Gütersloh, 5. Oktober 2006
PR-Ausbildung in Deutschland – „Zeit, dass sich was dreht“: Unter diesem Titel diskutierten gestern rund 30 Teilnehmer aus Unternehmen, Agenturen und Hochschulen die Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf die PR-Ausbildung. Eingeladen hatten ¡communicate!, eine Qualifizierungsinitiative von Bertelsmann Stiftung, Heinz Nixdorf Stiftung, DaimlerChrysler-Fonds und Technischer Universität München, und die Gesellschaft Public Relations Agenturen (GPRA) e.V. aus Anlass der Buchpräsentation „Strategisch kommunizieren und führen“ sowie der Vorstellung der Ergebnisse des „GPRA-Branchenmonitor Kommunikationsausbildung 2006“.
„Wir werden uns in Zukunft verstärkt mit Fragen der Internationalisierung, Interdisziplinarität und Akademisierung in der PR- Qualifizierung auseinander setzen“, fasste Christina Marx, GPRA-Präsidiumsmitglied die Ergebnisse des Branchenmonitors knapp zusammen. Auch die Frage des Verhältnisses von Theorie- und Praxiswissen gewinne zunehmend an Bedeutung. Während die Bachelor-Ausbildung eher praxisorientiert ist, findet im Rahmen der Master-Studiengänge eine Spezialisierung statt. Die Angebote reichen hier von praxisnaher Journalistenausbildung über PR- und Kommunikationsmanagement bis hin zum forschungsorientierten Kommunikations- wissenschaftler. „Die PR-Aus- und Weiterbildungsangebote in Deutschland können sich auch international qualitativ absolut dem Wettbewerb stellen“, sagt Dr. Holger Sievert, Project Director des Qualifizierungsprogramms ¡communicate! der Bertelsmann Stiftung.
„Der PR- und Kommunikationsmarkt ist sehr ausdifferenziert“, konstatierte Professor Romy Fröhlich von der Münchener Ludwig-Maximilian-Universität, mit Blick auf das heterogene Aus- und Weiterbildungsangebot. „So wie sich die Anforderungen an PR insgesamt ändern, so muss sich auch das Ausbildungsangebot wandeln“, ergänzte Marx. „Es gilt heute Change-Prozesse und Themen zu managen, da ist neben einem hohen Maß an Erfahrungswissen strategisches Denken unerlässlich.“ Aufgabe der PR-Ausbildung an Hochschulen sei insbesondere, den Studierenden einen Methodenkoffer an die Hand zu geben.
Entscheidend sei dabei die Frage der Qualität. „Bei der zunehmenden Zahl von Aus- und Weiterbildungsangeboten im PR-Bereich brauchen Unternehmen und Agenturen wie auch Studienanfänger dringend eine Orientierungshilfe“, meint eine Teilnehmerin. Die könne, so Dr. Holger Sievert, eine Segmentierung des Marktes geben. „Wir müssen unterscheiden zwischen wissenschaftlicher Ausbildung, praxisorientierter Ausbildung für PR-Fachkräfte sowie Weiterbildung für Führungskräfte in der Kommunikation.“ Für alle drei Bereiche gebe es bereits heute entsprechende Angebote.
Der erstmals von der GPRA erstellte „Branchenmonitor“ verschafft einen Überblick über die Bachelor- und Master-Studiengänge im kommunikationswissenschaftlichen Bereich. Für PR-Fachkräfte steht die Deutsche Akademie für Public Relations (DAPR) mit rund 4.000 Absolventen für eine konsequente Qualitätsorientierung.
Im Namen der Umstrukturierung der DAPR hin zu einer reinen Prüfungsinstitution wird zudem die Frage der Zertifizierung von Angeboten in den Fokus rücken. An Führungskräfte richten sich Angebote wie der Executive Master „¡communicate!“, die Aspekte der Kommunikationswissenschaft wie auch Betriebswirtschaftslehre miteinander verbinden und somit Kommunikationsmanager und General Manager gleichermaßen anspricht. „Die Ausgewogenheit ist entscheidend für den Erfolg des Programms“, sagt Prof. Dr. Rainer Trinczek, „denn gerade bei Change Prozessen kommt es auf die Kommunikation in der Organisation ebenso wie auf die Unterstützung der Unternehmensleitung an.“ Trinczek hält den Lehrstuhl für Soziologie der TU München und betreut bei ¡communicate! das Thema „Organizational Communication and Change“.
Der jetzt vorgestellte und im Verlag Bertelsmann Stiftung erschienene Sammelband „Strategisch kommunizieren und führen“ fasst Ergebnisse einer Studie zu Profil und Qualifizierung in der Kommunikation zusammen. Detailiertere Informationen zum Sammelband finden Sie >>hier.
Weiterführende Informationen zum GPRA-Branchenmonitor Kommunikationsausbildung 2006 werden kostenfrei zum >>Download angeboten.
Ansprechpartner:
Dr. Holger Sievert und Daniela Bell, Bertelsmann Stiftung, Tel: 05241/ 81 81 111
Christina Marx, GPRA e. V., Tel: 069/ 71 04 23 260