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Frauen ziehen beim MBA gleichauf

Elke Hellstern (Class of 2010)

von Anja Kühner


Ein MBA-Studium gilt als Garant für beruflichen Aufstieg und Karriere. Bei dem Executive-Programm der TUM School of Management bedarf es keiner Frauenquote: Fast die Hälfte aller Absolventen des Executive MBA in Communication and Leadership der TU München sind weiblich. Die TUM unterstützt auch die Vereinbarkeit von Studium und Familie.

 

"Frauen achten bei der Wahl ihres EMBA-Programms nicht nur auf die Qualität der Lehre", sagt Elke Hellstern. Die Kommunikationsberaterin und Teilnehmerin des MBA-Programms (Class of 2010) ist überzeugt, dass für Frauen das Angebot ganzheitlicher passen müsse: "Die Vielfalt von Dozenten und Teilnehmern, Internationalität, ein menschlicher und individueller Umgang mit den Teilnehmern – all das bietet die TUM." Obwohl communicate! ein "taffes Programm" sei, habe sie sich stets wohl gefühlt. Die Statistik belegt eine Männerquote aller Jahrgänge zwischen 2006 bis 2011 von 58 Prozent.

Samar Perez Lennart (Class of 2009)

MBA-Studium mit zwei Kindern und Teilzeit-Arbeit

 

Samar Perez (Class of 2009) Lennart hat als Mutter von zwei Kindern den EMBA absolviert – und "nebenher" Teilzeit gearbeitet im Personalbereich von IKEA. Die gebürtige Schwedin mit jordanischen Wurzeln hatte durch eine IHK-Ausbildung zum Personalfachwirt "wieder Blut geleckt am Lernen". Dass der MBA-Abschluss der TU München international hoch anerkannt ist, sei eine der Grundbedingungen für sie angesichts ihres multikulturellen Lebens gewesen. "Ich war die einzige berufstätige Mutter in meinem Jahrgang", erzählt die 44-Jährige. Angesichts dieser Mehrfachbelastung und der Tatsache, dass die sie Hausarbeiten in Deutsch oder Englisch und nicht in ihrer Muttersprache schreiben musste, sei das Studium für sie sicher anstrengender gewesen als für ihre Kommilitonen.

 

MBA-Studium, Teilzeit-Job und Familienleben zu vereinen sei vor allem sehr viel Organisation. "Während der Präsenzphasen ist Familienleben schwierig", sagt Perez Lennart. Das sei von vornherein klar und klappe nur, wenn die Kinderbetreuung geklärt sei.

Perez Lennart hat während ihres MBA-Studiums eine Beförderung zur Teamleiterin im Personalbereich erhalten. Gleichzeitig gründete sie die größte Diversity-Gruppe im Business-Netzwerk Xing mit und organisiert auch Veranstaltungen mit. Aktuell lässt sie sich zur Trainerin ausbilden, denn ihr Arbeitgeber möchte sie in den hausinternen Trainer-Pool aufnehmen. "Ich traue mir nach dem MBA mehr zu. Und vor allem geht das Lernen weiter", freut sich Perez Lennart.


Tanja Mertin (Class of 2010)

Geburt eines Kindes während des MBA-Studiums


Als "Exotin" bezeichnet sich Tanja Mertin (Class of 2010). Sie hat das MBA-Studium hochschwanger begonnen, währenddessen ihren Sohn zur Welt gebracht – und trotzdem ihre Master-Arbeit pünktlich abgegeben. Auch beruflich hat sie sich weiterentwickelt, nach Abschluss des MBA ist sie mit ihrer Familie nach Indien gezogen. "Ich wollte nie eine Extrawurst", betont sie. Doch die TUM habe alles dafür getan, das Studium mit Säugling zu erleichtern. "Die TU hat einen Raum zur Verfügung gestellt, in den Oma und Baby während der Präsenzphasen quasi eingezogen sind", lobt sie. So konnte sie in den Vorlesungspausen ihr Kind stillen, konnte Windeln und Spielzeug dort deponieren. "Den Professoren fiel es im Ablauf nicht auf, dass ich mein Baby quasi dabei hatt", sagt sie.

 

Mertins Tochter wurde während des MBA eingeschult. Damit die Fünfjährige Verständnis für die häufige Abwesenheit der Mutter entwickelt, begleitete sie einen ganzen Tag lang alle Vorlesungen. "Nun weiß sie, dass ich Hausaufgaben machen muss – und hat gleich ein Vorbild für ihre eigene Schulzeit", beschreibt die 40-Jährige.

 

"Die TUM ist ein sehr guter Platz für einen MBA mit Familie"“, lobt Mertin. Von zehn Frauen in ihrem Jahrgang war sie jedoch die einzige mit Kindern. "Vor allem Deutsche äußern häufig Bedenken, dass man sich auf Kosten der Kinder selbst verwirkliche", weiß Mertin. In anderen Kulturen, beispielsweise Frankreich, Spanien oder Singapur, sei dies völlig anders. Sie habe die Elternzeit als einmalige Chance angesehen. Als ausgebildete Gymnasiallehrerin fehlte ihr ein fundierter wirtschaftlicher Abschluss angesichts ihrer großen operativen Verantwortung als Global Capability Director bei der Unternehmensberatung Accenture.

 

Ihre Empfehlung: "Man muss das sportlich angehen!" Nur wer es wage, könne es auch erfolgreich abschließen. Ein Abenteuer bleibe ein MBA-Studium mit Kind trotz allem. "Es ist nicht alles planbar, beispielsweise ein Schreikind oder Krankheiten." Aber nur wegen Eventualitäten auf die Chance zu verzichten, rate sie niemandem. Hätte sie es nicht geschafft, alles unter einen Hut zu bekommen, dann wäre die schlimmste Variante eine Verlängerung der Studienzeit auf drei Jahre gewesen. "Das ist immer besser, als es erst gar nicht zu versuchen", ist sie überzeugt.

 


Gender-Zentrum


Im Rahmen der Exzellenzinitiative formulierte die TU München das Ziel, die attraktivste technische Universität für Frauen in Deutschland zu werden. Das Zukunftskonzept umfasst die Maßnahmen Gender Consulting, Structural Funds und Kinderbetreuung. Alle Aktivitäten werden von der Professur "Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften" wissenschaftlich begleitet. Ein Familienservice unterstützt bei der Umsetzung im Bereich Work-Life-Balance.

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Ansprechpartner


Theresa
Eitel
Project Manager
TUM School of Management
+49 (0) 89 - 289 28478





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